PX625-Batterie: Problem, Alternativen & die V80H-Akku-Lösung mit USB-C Ladegerät
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Community-Tipp: Troeszter.net
Die frei verfügbare DIY-Bauanleitung von Troeszter.net — mit Schaltplan und Bauteil-Liste. Die Idee, eine V80H als PX625-Ersatz zu nutzen, stammt von hier.
Inhaltsverzeichnis
- Das PX625-Problem — Warum deine alte Kamera falsch belichtet
- Alle Alternativen im Vergleich
- Die V80H-Lösung — Wiederaufladbarer Akku mit USB-C
- Kritik und Bedenken — Was Skeptiker sagen
- Für Selbermacher — Die Original-Bauanleitung
- Was unsere Kunden sagen
1. Das PX625-Problem — Warum deine alte Kamera falsch belichtet
Die Rollei 35, die Leica CL, die Olympus OM-1, die Canon F-1, die Minolta SRT-Serie — allesamt Legenden der Analogfotografie. Und alle haben dasselbe Problem: Sie wurden für eine Batterie konstruiert, die seit den 90er-Jahren verboten ist.
Die PX625 war eine Quecksilber-Knopfzelle mit exakt 1,35 Volt. Nicht 1,3. Nicht 1,4. Genau 1,35 V, und zwar konstant über die gesamte Lebensdauer. Diese Stabilität war der Grund, warum Kamerahersteller die gesamte Belichtungsmesser-Schaltung darauf kalibrierten.
Seit dem Verbot gibt es drei große Ersatzstrategien. Jede hat Schwächen.
Achtung: 1,5 Volt sind nicht „ungefähr gleich"
Der Unterschied zwischen 1,35 V und 1,5 V klingt gering — ist aber 0,15 V. Das reicht, um den Belichtungsmesser deiner Kamera um eine halbe bis ganze Blendenstufe daneben liegen zu lassen. Bei Diafilm bedeutet das: Fehlbelichtung. Bei Negativfilm bist du im Glücksbereich des Belichtungsspielraums, aber auf Dauer kein zuverlässiges System.
Entladekurven im Vergleich: Alkaline (orange) fällt von 1,5V steil ab. Zink-Luft (blau) hält sich nah an der 1,35V-Linie. Quecksilber (grün) ist das Original — konstant bei 1,35V. NiMH LSD (magenta) startet bei ~1,4V, fällt schnell auf ca. 1,25V und hält dann ein langes, stabiles Plateau bei 1,25-1,30V.
Nicht jede Kamera reagiert gleich empfindlich. Entscheidend ist, ob das Gerät eine sogenannte Brückenschaltung (Spannungskompensation) hat:
| Kamera | Brückenschaltung? | 1,5V-tolerant? |
|---|---|---|
| Rollei 35 / 35S / 35T | Nein | Nein — zeigt falsche Werte |
| Leica CL / M5 | Nein | Nein — Messzelle direkt gekoppelt |
| Olympus OM-1 / OM-1n | Nein | Nein — bis 2/3 Blenden daneben |
| Minolta SRT (101, 303 etc.) | Nein | Nein |
| Nikon F (Photomic) | Nein | Nein |
| Canon F-1 | Nein | Nein — CdS-Kreis ohne Kompensation |
| Pentax Spotmatic (alle Modelle) | Ja | Ja — Wheatstone-Brückenschaltung |
| Nikkormat FTN | Nein | Nein — unkompensierte Serienschaltung |
Kameras mit Brückenschaltung (grün markiert) kommen mit jeder Batteriespannung klar. Die Mehrheit der Klassiker — darunter die Rollei 35 und die Olympus OM-1 — braucht eine Spannung nahe 1,35 V, sonst lügt der Belichtungsmesser.
2. Alle Alternativen im Vergleich
Es gibt keinen perfekten PX625-Ersatz. Jede Lösung ist ein Kompromiss. Hier die vier gängigsten Strategien, ehrlich bewertet:
| Lösung | Spannung | Kosten/Nutzung | Lebensdauer | Bewertung |
|---|---|---|---|---|
| Alkaline LR44 + Adapter | 1,5 V → sinkt auf ~1,0 V | ca. 0,30 EUR | Monate bis Jahre | 2/5 — Billig, aber falsche Spannung |
| Silberoxid SR44 + Diode | ~1,35 V (mit Diode) | ca. 1,50 EUR | 1-2 Jahre | 3/5 — Funktioniert, mechanisches Risiko bei SR44 |
| Zink-Luft 675 / WeinCell | ~1,35-1,4 V (flach) | ca. 3-5 EUR | 4-8 Wochen (aktiviert) | 3/5 — Beste Spannung, aber trocknet aus |
| Varta V80H (LSD-NiMH, aufladbar) | ~1,25-1,30 V (stabil) | 9,90 EUR (Stück) / < 0,02 EUR pro Zyklus | 500-1.000 Ladezyklen | 4/5 — Nachhaltig, leicht unter 1,35 V |
Praxis-Tipp: Welche Lösung für wen?
Gelegenheitsfotograf: Unser O-Ring-Adapter mit Zink-Luft-Batterie reicht aus. Günstig, die Spannung stimmt, und eine Batterie hält einen kompletten Fotospaziergang.
Regelmäßiger Nutzer: Die V80H mit Ladegerät spart langfristig Geld und Müll. Einmal laden, wochenlang fotografieren, wieder aufladen.
Kameras mit Brückenschaltung (Pentax Spotmatic): Hier funktioniert sogar eine einfache LR44 mit Adapter. Das Batterieproblem existiert bei diesen Kameras nur mechanisch, nicht elektrisch.
Das Problem mit Zink-Luft (WeinCell & Hörgerätebatterien)
Zink-Luft-Zellen liefern die Spannung, die der PX625 am nächsten kommt. Das ist ihr großer Vorteil. Zwei Nachteile machen sie aber unpraktisch für den Alltag:
Selbstentladung: Sobald du die Schutzfolie abziehst, beginnt die Batterie sich zu entladen — auch wenn die Kamera aus ist. Nach 4-8 Wochen ist Schluss, egal ob du fotografiert hast oder nicht. Legst du die Kamera zwei Monate in den Schrank, ist die Batterie leer.
Kosten: Eine WeinCell kostet 4-5 EUR. Bei regelmäßigem Einsatz summiert sich das auf 30-60 EUR pro Jahr. Hörgerätebatterien (Typ 675) sind günstiger, dafür aber oft schon nach 3-4 Wochen am Ende. Ein Trick aus den Foren: Drei der vier Luftlöcher mit Tesa abkleben — dann hält die 675er 4-6 Monate bei stabilen 1,35V. Funktioniert, ist aber Bastelei, die bei jedem Wechsel von vorn losgeht.
3. Die V80H-Lösung — Wiederaufladbarer Akku mit USB-C Ladegerät
Die Varta V80H ist eine NiMH-Knopfzelle, die eigentlich für Platinen-Backups in Servern gedacht ist. Nur: Sie hat exakt die gleichen Abmessungen wie eine PX625 und liefert eine Ruhespannung von 1,25 V. Frisch geladen liegt sie bei 1,30-1,32 V. Beides ist nah genug an den originalen 1,35 V, um bei den meisten Kameras korrekte Belichtungswerte zu liefern.
Warum 1,30 V statt der nominalen 1,2 V?
Die „1,2 V" auf dem Datenblatt ist die Nennspannung — der statistische Durchschnitt über den gesamten Entladezyklus. In der Praxis liefert eine frisch geladene NiMH-Zelle 1,40-1,45 V, fällt in den ersten Stunden auf ca. 1,30 V und hält dann ein langes, flaches Plateau bei 1,25-1,30 V. Erst ganz am Ende (letzte 10% Kapazität) sackt die Spannung unter 1,2 V. Die V80H liegt also im Alltag deutlich näher an den 1,35 V der PX625 als die Nennspannung vermuten lässt.
Warum die V80H kein normaler NiMH-Akku ist
In Foren liest man oft: "NiMH-Akkus entladen sich schnell, nach drei Wochen ist der Akku unzuverlässig." Das stimmt — für Standard-NiMH-Akkus aus dem Supermarkt. Die V80H ist aber kein Standard-Akku. Sie gehört zur Varta "Robust"-Familie und ist ein sogenannter LSD-NiMH-Akku (Low Self Discharge). Diese Kategorie wurde speziell für Anwendungen entwickelt, bei denen die Zelle monatelang Ladung halten muss — Echtzeit-Uhren in Servern, medizinische Messgeräte, Backup-Systeme.
Der Unterschied zu Standard-NiMH ist erheblich:
Selbstentladung im Vergleich: Normale NiMH-Akkus (links) verlieren schnell Kapazität, LSD-NiMH (rechts) halten deutlich länger. Quelle: Elektronik-Kompendium.de
Die V80H besitzt als LSD-NiMH-Akku eine extrem geringe Selbstentladung, deren Verlauf mit modernen LSD-Akkus (wie der Eneloop-Serie) vergleichbar ist. Die Selbstentladung stabilisiert sich nach dem ersten Monat auf wenige Prozent — nach einem Jahr Lagerung bei Raumtemperatur ist der Großteil der Kapazität noch verfügbar.
Entladekurve eines LSD-NiMH-Akkus: Die Spannung sinkt anfangs von 1,35V auf ca. 1,2V und bleibt dann stundenlang stabil. Bei minimalem Stromverbrauch (wie in einem Belichtungsmesser) hält das Plateau deutlich länger. Quelle: Elektronik-Kompendium.de
Das erklärt Troeszters Messwerte
Die Entladekurve zeigt: Während der Entladung sinkt die Spannung eines NiMH-Akkus von ca. 1,35V schnell auf ~1,2V. Aber dann bleibt dieser Wert über Stunden stabil. Weil der Belichtungsmesser einer Kamera nur Mikroampere zieht, dauert dieses Plateau nicht Stunden, sondern Wochen. Genau das misst Troeszter: 1,30-1,32V in Woche 1, dann langsam absinkend auf 1,25-1,27V — wo der Wert sich stabilisiert und "mehrere Wochen" hält.
Feature: USB-C Ladegerät — Einfach über Nacht laden
Das Ladegerät ist kompakt genug für jede Kameratasche. USB-C Kabel anschließen, V80H einlegen, über Nacht laden — fertig. Die blaue LED zeigt an, dass der Ladevorgang läuft. Ehrlichkeitshalber: Die LED zeigt aktuell nicht an, wann der Akku voll ist — das ist für die V3-Version geplant. Deshalb empfehlen wir, das Ladegerät einfach über Nacht anzuschließen. Eine volle Ladung dauert ca. 9 Stunden per schonender Langsamladung (C/7). Das langsame Laden ist Absicht: Es verlängert die Lebensdauer des Akkus erheblich.
Feature: Varta V80H — Derselbe Formfaktor wie PX625
Kein Adapter, kein O-Ring, keine Bastelei. Die V80H passt direkt in jedes PX625-Batteriefach. Rein, Deckel zu, fertig. Funktioniert in der Rollei 35 genauso wie in der Leica CL oder dem Olympus OM-1.
Hack: Kompakter Reisebegleiter
Das Ladegerät wiegt unter 20 Gramm und passt in die Hosentasche. In Kombination mit einer USB-C Powerbank hast du auf Reisen Akku-Versorgung für unterwegs. Keine Suche nach Spezial-Batterien in fremden Städten.
Wichtig: Das Ladegerät zieht nur 12 mA. Die meisten Powerbanks schalten bei so geringem Strom nach 30 Sekunden ab (Auto-Shutoff). Deine Powerbank braucht einen Trickle-Charge- oder Wearable-Modus — oft durch Doppelklick auf den An/Aus-Knopf aktivierbar. Ohne diesen Modus wird der Akku nicht geladen.
Feature: Pro Pack — Nie wieder ohne Strom
Das Pro Pack enthält zwei V80H-Akkus. Einer in der Kamera, einer im Ladegerät. So bist du selbst bei mehrtägigen Fototouren abgesichert — ein Akku reicht typischerweise 2-4 Wochen normales Fotografieren.
Technische Daten
| Akku-Typ | Varta V80H (LSD-NiMH, "Robust"-Serie) |
| Nennspannung | 1,2 V (laut Hersteller) |
| Arbeitsspannung (Plateau) | 1,25 – 1,30 V |
| Frisch geladen | 1,30 – 1,32 V |
| Kapazität | 80 mAh |
| Ladezeit | ca. 9 Stunden (Langsamladung C/7, über Nacht) |
| Ladezyklen | 500 – 1.000 (Varta Robust-Serie, LSD-NiMH) |
| Ladegerät-Anschluss | USB-C (PD-kompatibel) |
| Ladegerät-Material | PLA+ (technischer Kunststoff) |
Video: Die Geschichte hinter dem PX625 USB-C Ladegerät
4. Kritik und Bedenken — Was Skeptiker sagen (und unsere Antwort)
Wir wären keine ehrlichen Händler, wenn wir legitime Kritik unter den Tisch kehren würden. In den einschlägigen Foren — vom Bilderforum.de über APHOG bis Photrio — gibt es berechtigte Einwände gegen NiMH-Akkus als PX625-Ersatz. Hier die häufigsten:
Einwand 1: „NiMH-Akkus haben nur 1,2 V — das ist zu wenig"
Klaus-R, ein erfahrener Moderator im Bilderforum.de, bringt diesen Punkt klar auf den Tisch:
Kritische Stimme von Klaus-R (Bilderforum.de)
„Im Ergebnis hat man dann zeitlich ansteigende Überbelichtung anstatt zeitlich abfallende Unterbelichtung mit 1,5V Lösungen. [...] 1,2V sind von den erforderlichen 1,35V ganz genau so weit entfernt, wie die 1,5V einer Alkaline Batterie."
Die Rechnung stimmt: 0,15 V Differenz in beide Richtungen, wenn du von der Nennspannung ausgehst. Im Betrieb sieht es anders aus. Troeszter misst frisch geladen 1,30-1,32 V in der Rollei 35. Der Unterschied zu 1,35 V beträgt dann 0,03-0,05 V — weniger als 1/3 Blende. Bei Negativfilm mit seinem enormen Überbelichtungsspielraum ist das kein sichtbarer Unterschied.
Entscheidender: Die Abweichungsrichtung. Eine V80H mit 1,30 V führt zu minimaler Überbelichtung (die der Negativfilm problemlos wegsteckt). Eine Alkaline mit 1,5 V führt zu Unterbelichtung — bei schwachem Licht (EV 6) kaum spürbar, bei hellem Sonnenlicht (EV 15) bis zu 2 Blendenstufen, weil die CdS-Kennlinie nicht linear ist. Unterbelichtung ist bei Negativfilm die eine Richtung, die wirklich Probleme macht.
Einwand 2: „Selbstentladung — nach ein paar Wochen ist der Akku leer"
Auch das adressiert Klaus-R:
Kritische Stimme von Klaus-R (Bilderforum.de)
„Nach drei Wochen sind NI-MHD-Akkus schon hinsichtlich ihrer Restspannung so unzuverlässig, dass eigentlich nur ganz frisch geladene und noch gesunde Akkus eine zuverlässige Belichtungsmessung gewährleisten können."
Für Standard-NiMH stimmt das. Herkömmliche NiMH-Akkus aus dem Supermarkt verlieren schon nach wenigen Tagen 10 bis 20 Prozent ihrer Ladung. Da hat Klaus-R recht.
Die V80H ist aber kein Standard-NiMH — sie ist ein LSD-NiMH-Akku (Low Self Discharge), wie wir im Kapitel oben erklären. LSD-NiMH verliert im ersten Monat ca. 15%, danach nur noch wenige Prozent pro Monat. Nach einem Jahr: noch 80% Kapazität. Die Messdaten von Troeszter bestätigen genau das:
Langzeit-Messung von Troeszter.net (Rollei 35T / 35S)
„Meine Erfahrungen: Voll geladen und in eine Rollei 35T oder 35S eingelegt hat der V80H-Akku etwa eine Woche eine Spannung von 1,30 bis 1,32 Volt. Nach einer zweiten Woche sinkt die Spannung auf 1,27 bis 1,28 Volt. Vier Wochen nach dem Ladevorgang hat er dann noch immer 1,25 bis 1,27 Volt und behält diesen Wert mehrere Wochen bei. Die Lösung funktioniert für mich sehr gut, weil der Belichtungsmesser sowohl mit einer Quecksilber-Knopfzelle als auch mit dem V80H-Akku identische Werte liefert. Ich habe das mit einem Testaufbau (Normlichtpult im abgedunkelten Studio) überprüft."
— Troeszter.net, PX625 Batterie-Adapter Bauanleitung
In der Praxis bedeutet das: Vor jeder Fototour kurz laden, dann hast du ein zuverlässiges System. Wer seine Kamera allerdings monatelang im Schrank hat und spontan losziehen will, ist mit einer Alkaline + ISO-Korrektur nach wie vor gut bedient — wir sagen das offen. Die V80H spielt ihre Stärke bei regelmäßigem Einsatz aus.
Einwand 3: „80 mAh Kapazität ist weniger als SR43/SR44"
Stimmt. Ein User aus Frankreich, MATHIEU, schreibt in seiner Kundenbewertung:
Kundenstimme von MATHIEU
„Varta V80H are only 80mAh compared to the 130mAh or more with SR43W and an adapter. [...] I fear i will have to swap them each time I change the roll to avoid loosing metering."
Stimmt, 80 mAh klingt erstmal wenig. Zum Vergleich: Eine SR43W hat 130 mAh, Zink-Luft (Typ 675) sogar 630 mAh. Die Zahlen sind aber ohne Kontext irrelevant. Ein CdS-Belichtungsmesser zieht 50-100 Mikroampere. Bei 80 mAh Kapazität ergeben sich theoretisch 800-1600 Stunden aktive Messzeit. In der Praxis limitiert die Selbstentladung, nicht die Kapazität. Und genau da liegt der Vorteil: Die V80H lädst du wieder auf. Bei 500 Zyklen hat sie insgesamt 40.000 mAh geliefert — mehr als jede Einwegbatterie je liefern wird.
Einwand 4: „Der Preis"
Verstehen wir. Wir bieten deshalb zwei Einstiegspunkte an: Wer erstmal nur die richtige Spannung braucht, bekommt unseren O-Ring-Adapter mit Zink-Luft-Batterien ab 14,90 EUR. Wer langfristig keine Batterien mehr kaufen will, nimmt das V80H-Set. Beide Lösungen existieren nebeneinander — wir verkaufen beides im Shop, weil es für unterschiedliche Fotografen verschiedene richtige Lösungen gibt.
Praxis-Hinweise: Was du wissen solltest
Battery-Check zeigt „leer“ — obwohl der Akku voll ist
Viele Kameras (Olympus OM-1, Minolta SRT) haben einen Battery-Check-Schalter, der auf exakt 1,35 V geeicht ist. Die V80H mit ihrem 1,25-1,30 V Plateau wird beim Battery-Check fast immer im roten Bereich anzeigen — obwohl der Belichtungsmesser einwandfrei arbeitet. Das ist kein Defekt. Vertrau dem Belichtungsmesser, nicht dem Battery-Check.
Kälte: NiMH und Winter vertragen sich nicht
Quecksilberzellen waren bis in tiefe Minusgrade spannungsstabil. NiMH-Akkus nicht. Bei Temperaturen unter 5°C steigt der Innenwiderstand der V80H, das Spannungsplateau knickt ein, und der Belichtungsmesser kann daneben liegen. Wer im Winter fotografiert: Kamera und Akku in der Jackentasche warm halten. Bei Dauerfrost ist eine Zink-Luft-Zelle die bessere Wahl.
Direkt nach dem Laden: 1-2 Stunden warten
Ein frisch geladener NiMH-Akku hat eine Ladeschlussspannung von über 1,40 V. Steckst du ihn sofort in die Kamera, misst der Belichtungsmesser mit zu hoher Spannung — und liefert falsche Werte. Lass den Akku nach dem Laden 1-2 Stunden ruhen. In dieser Zeit fällt die Spannung auf das stabile 1,25-1,30 V Plateau ab.
Kameras ohne echten Aus-Schalter (Rollei 35 u.a.)
Die Rollei 35 zieht Strom, sobald Licht auf die CdS-Zelle fällt — auch im ausgeschalteten Zustand. Ohne Objektivdeckel auf dem Schreibtisch liegen lassen bedeutet: konstanter Stromfluss. Bei nur 80 mAh Kapazität kann der Akku in 3-4 Tagen leer sein. Objektivdeckel immer aufsetzen, wenn die Kamera nicht aktiv genutzt wird.
5. Für Selbermacher — Die Original-Bauanleitung
Die Idee, eine Varta V80H als PX625-Ersatz einzusetzen, stammt von Troeszter.net. Seine DIY-Bauanleitung (frei verfügbar als PDF) zeigt, wie man mit einem Weinkorken-Adapter und Labornetzteil einen eigenen V80H-Lader bauen kann. Wer löten kann und Spaß daran hat, soll das tun — wir verlinken die Anleitung bewusst.
Unser Ladegerät teilt die Grundidee (V80H + Konstantstrom-Ladung), geht aber einen anderen Weg: Eigene PCB-Platine, USB-C statt Labornetzteil, 3D-gedrucktes Gehäuse mit präzisen Federkontakten statt Kupferfolie. Troeszters Arbeit war der Ausgangspunkt — das Ergebnis ist ein eigenständiges Produkt.
Die Troeszter-Lösung im Überblick
Die Bauanleitung beschreibt einen Eigenbau-Ladeadapter aus einem Weinflaschen-Kunststoffverschluss mit Kupferfolien-Kontakten. Troeszter nutzt ein regelbares Labornetzgerät als direkte Spannungsquelle (auf 1,33-1,37 V eingestellt). Der LM317 wird als Strombegrenzer beschaltet: Ein 100-Ohm-Widerstand zwischen OUT und ADJ begrenzt den Ladestrom auf ca. 12 mA. Die Ladeschlussspannung wird durch das Netzgerät vorgegeben und manuell überwacht — der LM317 regelt in dieser Beschaltung nicht die Spannung, sondern nur den Strom.
| Bauteil | Details |
| Ladestrom | 12 mA (LM317-geregelt) |
| Ladeschlussspannung (am Akku) | max. 1,37 V (vom Netzgerät vorgegeben) |
| Ladezeit | ca. 9,5 Stunden |
| Spannungsquelle | Regelbares Labornetzgerät (eingestellt auf 1,33-1,37 V) |
| Bauteile gesamt | 3 (LM317LP + C1 0,1µF + R1 100 Ohm) |
| Kosten Elektronik | ca. 1,90 EUR |
Achtung: Was die DIY-Lösung voraussetzt
Du brauchst ein regelbares Labornetzgerät (z.B. Voltcraft), Löterfahrung und ein Multimeter. Der LM317 begrenzt den Strom auf 12 mA, regelt aber nicht die Endspannung — die stellst du am Netzgerät auf max. 1,37 V ein und überwachst sie manuell. Ohne Verpolungsschutz kann ein falsches Einlegen den Akku beschädigen. Wer das mitbringt — großartig. Für alle anderen gibt es unser fertiges Set.
Die vollständige Bauanleitung mit Schaltplan und Fotos findest du als PDF hier: Troeszter.net — PX625 Batterie-Adapter Bauanleitung
Hack: Im Bilderforum gibt es einen alternativen Vorschlag
Moderator Klaus-R im Bilderforum schlägt vor, die V80H mit einem Weinkorken und Alufolien-Kontakten in ein Standard-AA-Ladegerät einzulegen. Kreativ, kostenlos, aber mechanisch heikel — der Kurzschluss beim Einlegen ist ein reales Risiko. Wer es versuchen will: auf eigene Gefahr.
6. Was unsere Kunden sagen
17 Bewertungen, 4,88 von 5 Sternen. Hier einige Stimmen, ungekürzt:
Unabhängiger Test von Sorin Lazarescu (Verifizierter Kauf)
Sorin hat den V80H-Akku gegen seinen Sekonic Handbelichtungsmesser getestet:
- Voigtländer VF 135: Akku eingelegt (gemessen: 1,23 V), Belichtungsmesser mit Sekonic verglichen — Ergebnis: identische Werte.
- Fazit: „Finally a viable, elegant and reliable solution for the (in)famous PX625 batteries."
Foto: Sorin Lazarescu — Vergleichstest V80H vs. Sekonic an der Voigtländer VF 135
Unabhängiger Test von Harald Wittig (Verifizierter Kauf)
Harald nutzt eine Nikon F, Canon F-1 und Pentax Spotmatic F:
- Ergebnis: „Alles funktioniert einwandfrei, die Belichtungsmesser zeigen verlässliche Werte."
- Hinweis: „Hat übrigens keine Brückenschaltung!" — über seine Pentax Spotmatic F.
Foto: Harald Wittig — V80H im Einsatz mit Nikon F, Canon F-1 und Pentax Spotmatic F
Kundenfoto aus der Praxis — V80H Akku-Set im Einsatz
Kundenstimme von Bill Smith (Verifizierter Kauf)
„Having a 1.3V rechargeable 625 battery is a brilliant idea. I have a bunch of cameras in my collection that use the 625 battery; some have been converted to 1.5V, some haven't. This is the perfect solution for the cameras without voltage conversion."
Kundenstimme von Jürgen Kwiatkowski (Verifizierter Kauf)
„Ich habe viele alte Geräte, die leider die alten Quecksilber-Batterien benötigen. Bisher konnte ich Hörgerätebatterien nutzen. Die halten aber nur begrenzt und müssen dann entsorgt werden. Die neuen Varta-Akkus funktionieren bei mir einwandfrei. Natürlich gehen die auch irgendwann leer, aber man kann sie mit dem neuen Ladegerät wieder aufladen."
Was Reddit dazu sagt
Im r/AnalogCommunity Subreddit wurde das V80H-Ladegerät vom Ausgeknipst-Gründer selbst vorgestellt. Die Community-Resonanz: überwiegend positiv, mit einzelnen Fragen zur Kapazität und zum Preis — beides haben wir oben adressiert. Mehrere User bestätigen, dass die V80H in ihren Kameras (Rollei 35S, OM-1) korrekte Belichtungswerte liefert. Auch im Photrio-Forum wird die V80H als Alternative diskutiert — dort war die zentrale Frage: "But how do you recharge them?" Genau dafür haben wir das USB-C Ladegerät gebaut.
Die Diskussion geht weiter — in diesen Foren
Wir haben den Artikel bewusst auf Basis realer Community-Fragen geschrieben. Die Originaldiskussionen findest du hier:
- Bilderforum.de — Detaillierte technische Analyse von Klaus-R
- APHOG Forum — Diskussion unter Analogfotografen (DE)
- Reddit r/AnalogCommunity — Internationale Community-Resonanz
- Photrio — PX625-Alternativen im englischsprachigen Forum
Unsere PX625-Lösungen im Überblick
Ladegerät + Akku — V80H Set mit USB-C
Varta V80H Ersatz-Akku (NiMH)
PX625 O-Ring Adapter mit Batterien
Batteriefach-Werkzeug (1,7mm Stahl)
Alle PX625-Lösungen auf einen Blick
Adapter, Akkus und Werkzeuge — alles, was du für die Batterieversorgung deiner analogen Kamera brauchst.
Mehr Anleitungen und Guides
Unsere Blog-Artikel helfen dir, das Beste aus deiner analogen Kamera herauszuholen.
Wer steckt hinter Ausgeknipst?
Wir sind Anto und Vladi aus Würzburg. Ingenieure, Analogfotografen und überzeugt davon, dass Technik Probleme lösen soll — nicht neue schaffen.